1952 - 1953

 

Zu Anfang des Jahres 1952 wurde von dem Volksschullehrer Herrn Metzner der Versuch unternommen, einigen seiner damaligen Schüler das Trommeln und Flöten beizubringen. Zwei Trommeln und einige Flöten wurden ihm zunächst von Herrn Emil Gienke zur Verfügung gestellt. da Herr Metzner weder im Trommeln noch im Flöten Erfahrung hatte, musste es zwangsläufig bei diesem Versuch bleiben.

 

Herr Metzner hat sich dann mit Alex Krützfeldt in Verbindung gesetzt und wollte ihm die Ausbildung übertragen. Bekanntlich ist es leichter, wenn zwei Mann etwas in die Hand nehmen, und deshalb kam Alex Krützfeldt zu Albert Krützfeldt mit der Frage, ob beide gemeinsam einen Spielmannszug aufbauen wollten. Da Albert Krützfeldt als Kind einige Jahre Tambourmajor war und schon damals den ersten Schliff von seinem Vetter erhalten hatte, konnte er sich schnell dazu entschließen. Allerdings stellten beide gleich die Bedingung, dass sie die Leitung nur übernehmen würden, wenn der Spielmannszug nicht der Schule, sondern der Bevenser Schützengilde angegliedert würde. Von Herrn Metzner wurde diese Bedingung sofort akzeptiert.

Damit konnte die Ausbildungsarbeit beginnen. Die ersten Übungsstunden wurden in der Schule abgehalten, doch wurde es bald für angebrachter gehalten, diese Stunden in die Malerwerkstatt von Alex Krützfeldt zu verlegen, wo sie auch bis zum Herbst 1961 stattfanden. Man hatte sich vorgenommen, erstmalig zum Kinderschützenfest 1953 zu spielen.

 

Dieses Ziel konnte man nur erreichen, indem man wöchentlich zwei Übungsstunden ansetzte, und dass es sich keiner der Spielleute erlauben konnte, ohne schriftliche Entschuldigung zu fehlen. Alle Mühe und aller Fleiß der Spieler wurde dadurch belohnt, dass man das geplante Ziel erreichte und der Spielmannszug zum Kinderschützenfest 1953 tatsächlich zum ersten Mal aufmarschierte.

Man hatte damals noch gar nicht damit gerechnet, dass man auch über die Grenzen Bevensens hinaus bekannt geworden war, doch im Sommer 1953 erhielt man die erste Einladung zum Heideblütenfest in Westerweyhe.

 

Inzwischen marschierte man mit 14 Jungen und konnte erstmalig den kleinen Tambourmajor Heinrich Hencke bewundern. Befördert wurde man auf der Reise mit einem kleinen offenen Lastwagen, auf dem als Sitzgelegenheit eine alte Matratze lag.

1954 - 1957

 

Das Jahr 1954 brachte dem Spielmannszug schon eine weitere Einladung. In Westerweyhe spielte man bei einem abendlichen Laternen-Umzug. Der frühere Schützenbruder Herbert Schröder lud schließlich zum Feuerwehrfest nach Dreilingen, wo im Anschluss an den üblichen Ummarsch beim Kommers zum ersten Mal die Märsche "Das Lieben bringt groß' Freud" und "Preußens Gloria" mit der Blasmusik gemeinsam vorgetragen wurden. Eine geringe Änderung der Spielweise konnte zu diesem Zweck vorher noch schnell einstudiert werden. Die Begeisterung der Zuhörer war hierbei wirklich groß und echt und gab den jungen Spielleuten verständlicherweise neuen Ansporn.

 

Höhepunkt war für die eingeschworene musizierende Truppe jedes Jahr jedoch immer wieder das Kinderschützenfest in Bevensen.

 

Nachdem man inzwischen durch die große Trommel (Pauke) und Becken verstärkt wurde, sollte auch noch eine Lyra angeschafft werden. Der finanzielle Grundstock hierfür wurde anlässlich einer Sammlung bei einem Tanzvergnügen an Weihnachten 1954 im Schützenhaus gelegt, wo sich Herr Emil Gienke besonders für unseren Wunsch einsetzte. Der Restbetrag für das Instrument wurde dem Spielmannszug dann aus der Kinderschützenfestkasse zur Verfügung gestellt. Diese Kasse hat es bei der Anschaffung neuer Instrumente immer gut mit dem Bevenser Spielmannszug gemeint.

Mit guter instrumentaler Ausstattung konnten man in den Jahren 1954-1957 bei vielen Festen mitwirken, als da wären:

 

Sportfeste in Himbergen, Altenmedingen, Bevensen, Edendorf, Ebstorf und Jastorf, sowie beim Feuerwehrfest in Medingen. Auch bei Seifenkistenrennen in Bevensen und Ebstorf war man präsent.

 

Auch eine Fahrt ohne Musikinstrumente ist allen Mitgliedern in guter Erinnerung geblieben. Während der Pfingsttage 1954 veranstaltete man ein kleines Zeltlager in Heisterbisch bei Bleckede. Die An- und Abfahrt erfolgte mit dem Fahrrad, gestärkt wurde sich mit wohlschmeckender Erbsensuppe.

Spruch aus dem Jahr 1956 von Schützenbruder Harald Krützfeldt (siehe Pfeil):

 

"Ich muss jetzt schon gut aufpassen, damit ich 1961 mitflöten kann!"

 

Wie gesagt, so dann getan!

Bisher trat die in kurzen Hosen spielende Truppe immer nur bei den Kinderschützenfesten in Bevensen, doch hatte man die Ambitionen auch bei den "Großen" mitspielen zu wollen. Daher stellte man sich der Gilde in langen Hosen vor.

Kassenbericht 1957/58

 

 

Einnahmen

 

In Westerweyhe, Kirchweyhe, Dreilingen, Bevensen, Himbergen, Altenmedingen,

Seifenkistenrennen in Bevensen, MTV Bevensen, Jastorf, Medingen, Römstedt, Ebstorf 410 DM

 

Eine in Bevensen von Albert Krützfeldt durchgeführte Sammlungbei Geschäftsleuten

und Schützen-Offizieren ergab 221 DM

 

631 DM

 

Ausgaben

 

Neuanschaffung von Instrumenten 357,65 DM

 

Ersatzteile und Reparaturen 103,75 DM

 

Porto und Telefon 11,74 DM

 

Fahrgelder, Übernachtungen, Verpflegung 32,40 DM

 

Schwalbennester 8,66 DM

 

Sonstiges (Getränke, Bockwurst etc.) 46,85 DM

 

561,05 DM

 

Bestand per 01.03.1958: 69,95 DM

 

 

Das "Fest der Lüneburger Heide" mit Krönung der Heidekönigin wurde im Jahr 1958 mit einem Massenaufgebot an Vereinen und Gruppen aufgezogen. So wurde auch der Bevenser Spielmannszug in Bleckede und zwei Jahre später in Winsen/Luhe bei dieser Veranstaltung mit eingesetzt. Während die Bevenser Schützen in Bleckede nicht teilnehmen konnten, weil am gleichen Tag die Beerdigung des Gildeherrn Ludwig Engelhardt war, sah man "Bevensen" in Winsen mit einer stattlichen Anzahl Schützen marschieren.

 

Obwohl den Spielleuten jede Veranstaltung viel Freude bereitete, gab es auch unangenehme Situationen zu überstehen. Wo es in Bleckede ein heftiger Regenschauer war, der alle Mannen durchnässte, war es nach der Winsen-Fahrt ein Vater, der sich über die zu späte Rückkehr seines Sohnes echauffierte. Weil er sich mit einigen älteren Spielleuten um 20 Uhr noch nicht zur Heimfahrt mit der Bahn entschließen konnte, musste die Bagage notgedrungen auf den Bus warten, der die Gemeinschaft nach Beendigung der Abendveranstaltung nach Hause brachte. Dieser erreichte um 3 Uhr nachts die Bevenser Heimat.

 

Anlässlich des 1000-jährigen Bestehens der Stadt Lüneburg im Jahre 1958 wurde die Bevenser Gilde von der Allgemeinen Schützengesellschaft Lüneburg eingeladen. Schon bei der Begrüßung auf dem Bahnhof sagte einer der Lüneburger Schützen zu dem Kleinsten des Spielmannszuges H. F. Mack: " Ich bin heute dein Onkel. Alles, was du verzehrst, bezahle ich!"

 

Man wurde dann zum Rathaus geführt, welches man besichtigte. Beim anschließenden Ummarsch bildete unser Spielmannszug dann gemeinsam mit der Kapelle Demmig die Spitze des Trosses. Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen im Schützenhaus wartete dann der größte Lohn auf die Spielleute: Immer wieder wurden sie ermuntert das Publikum im Saal mit ihrem Spiel zu erfreuen.

 

Neben dem Bevenser galt das Jastorfer Schützenfest im Reals wichtigstes Ereignis für die Spielleute, denn man fühlte sich inzwischen mit den dortigen Schützen eng verbunden. Nachdem man im Jahre 1956 dort erstmals mitwirken durfte, galt es nun als Selbst-verständlichkeit, dass der zweite Sonntag im Mai den Auftakt für die Veranstaltungen jedes Sommers gab.

 

Diese Verbundenheit rührte teilweise auch daher, dass man hier im Gegensatz zu Bevensen, wo man zu Beginn nur beim Kinder-schützenfest spielte durfte, auch bereits bei den Schützen musizierte.

 

Das Jastorfer Schützenfest war immer ein länger arbeitsreicher Tag, der aber aufgrund der hervorragenden Bewirtung stets gut zu überstehen war. Der Tagesablauf stellte sich hier in etwa wie folgt dar:

 

  • 7 Uhr Wecken mit Ständchen beim König, Vorstand und Hauptmann
  • 8 Uhr Antreten der Schützen, Abholen des Hauptmanns (dabei Kaffee und Kuchen),
  • Abholen des Vorstandes und des Königs und anschließendem Frühstück.
  • Nach kurzem Ummarsch bis 11:30 Uhr Schießen
  • Zum Mittagessen wurden die Spielleute von Jastorfer Schützen zu sich nach Hause eingeladen und dort beköstigt.
  • 12:30 Uhr Antreten der Kinder und Schützen, erneutes Abholen des Königs und Ummarsch durch das Dorf zum Schießplatz
  • 16 Uhr wurden die Kinder zum Tanz zurück ins Dorf gebracht, woraufhin die Spielleute zurück auf dem Schießplatz zur
  • Unterhaltung der an der Theke stehenden Gäste aufspielte.
  • Zum Abendessen wurde der König wieder nach Hause gebracht, woraufhin man wieder zum Essen eingeladen wurde.
  • Um 20 Uhr wurde der König zum Festsaal gebracht womit der Dienst des Spielmannszuges vollbracht war.

 

 

1959 fand das Kreisfeuerwehrfest in Bevensen statt. Hier wurde unserem Spielmannszug eine besondere Ehre zu Teil: das Mitwirken beim Großen Zapfenstreich um 24 Uhr. Das hierfür erforderliche Notenmaterial wurde jedoch zu spät zur Verfügung gestellt, so dass man in der zur Verfügung stehenden Zeit das "Locken zum Zapfenstreich" nur zum Teil einüben konnte.

 

In den Jahren 1959 und 1960 stand der bisherige Tambourmajor Heinrich Hencke aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung. Einer der ältesten und bewährtesten Mitglieder wurde auserkoren, dieses Amt zu übernehmen und dieser führte dieses mit Bravour aus: Dieter Lühr. Im Jahre 1961 wurde er mit zwei weiteren Spielkameraden, Willi Schmidt und Günter Beneke, zur Bundeswehr einberufen. Sie stießen in ihren Urlauben und nach ihrer Wehrzeit aber wieder zu "ihrer" Truppe.

 

 

1962 (10 Jahre Bevenser Spielmannszug)

 

 

Das 10-jährige Bestehen eines Clubs oder Vereins ist kein Anlass zu einer großen Jubiläumssfeier, doch war man stolz, sich in dieser Zeit stetig vergrößert und verbessert zu haben. Die Lust am Spiel ist nicht nur geblieben, sie wurde immer mehr gesteigert und trieb die Gemeinschaft dazu an, auch mal schwierigere Märsche einzuüben.

 

Auch wurde es vom Leiter des Spielmannszuges, Albert Krützfeldt, zum Anlass genommen, das bisher erwähnte in Form einer kleinen Chronik in Wort und Bild festzuhalten. Zum ersten Schützenfestsonntag, dem 24. Juni, traf man sich zu geselliger Runde und lud auch die ehemaligen Spielleute zu diesem Anlass ein.

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hatte man insgesamt 27 Jungen für die musikalische Ausbildung begeistern können, von denen zum Jubiläum bereits sieben vollwertige Spieler als Flötisten, Trommler und Schlagzeuger übernommen werden konnten.

 

Auch die Lyra fand nach knapp einjähriger Abstinenz ihre klangvolle Aufgabe wieder, da sich Egon Stuhlmacher innerhalb weniger Wochen das Spielen aneignete. Die restlichen 20 Mann marschierten als selbständiger kleiner Spielmannszug, wobei Burghardt Willing als Tambourmajor fungierte.

Sie alle hatten natürlich den großen Wunsch, möglichst in die Riege der "Großen" aufzusteigen. Zu Konzerten wurden aber beide Züge zusammengefasst und es wurde gemeinsam oder abwechselnd gespielt.

 

Beim Jastorfer Schützenfest waren dann die "Großen" für die Schützen und die "Kleinen" für die Kinder zuständig. Diese bekamen, nachdem sie die Kinder zum obligatorischen Kindertanz ins Dorf gespielt hatten, den amtierenden König Otto Schliekau beim Marsch zurück zum Festplatz mit Marschmusik zu erfreuen.

 

In der Vorbereitung auf das Bevenser Schützenfest wurde ein neuer Marsch eingeübt. Doch was die Gemeinschaft viel mehr erfreute, war der Eingang einiger beträchtlicher Geldspenden, die in eine neue Lyra (zweireihig) investiert wurde und von Egon Stuhlmacher fortan gespielt wurde. Für die einreihige Lyra konnte Heiner Steinmetz für den Spielmannszug gewonnen werden. So war man pünktlich zum eigenen Schützenfest erstmals mit zwei Lyren und somit bestens ausgestattet.

 

Ohne den Bevenser Spielmannszug war das Bevenser Schützenfest undenkbar. Albert Krützfeldt fasste es seinerzeit so zusammen: "wir haben es während der Festtage aus vielen Reden entnommen und aus manchem Mund gehört, dass der Spielmannszug ein fester Bestandteil des Schützenfestes geworden ist und man sich dieses Fest ohne ihn nicht mehr vorstellen kann. Wir vergessen aber auch nicht, dass wir diesen Erfolg nur durch unseren Fleiß und unsere unermüdliche Arbeit erreicht haben. Es darf auch an dieser Stelle noch einmal gesagt werden, dass wir unsere Mitwirkung am Schützenfest vor einigen Jahren beinahe erkämpfen müssten, weil man die vier älteren Spielleute, die seit vielen Jahren ihre feste Aufgabe haben, nicht zurücksetzen wollte."

 

Das Schützenfest zu diesem 10-jährigen Bestehen war wieder als großer Erfolg in die kurze Geschichte dieser Vereinigung eingegangen und so durfte die Truppe das Fest mit einem gemeinsamen Platzkonzert der beiden Züge am Abend des 01. Juli 1962 beschließen.

Um die großartige Arbeit, die von allen geleistet wurde nicht nur einmal im Jahr, also zum heimatlichen Schützenfest, zur Schau zu stellen, beschloss man schon zu Beginn dieses Jahres sich um möglichst viele Termine zu bemühen, bei denen man aufspielen konnte. Zunächst galt es noch, selber um Möglichkeiten bei verschiedenen Anlässen zu bitten, doch bald war es so weit und man wurde selbst angesprochen.

 

Die erste Einladung kam vom Schützenverein Kallenbrock, der den Spielmannszug-Nachwuchs zu seinem Kinderschützenfest abholte. Für die "Kleinen" war es, mit Ausnahme des Jastorfer Schützenfestes, das erste auswärtige Spielen und daher natürlich für jeden ein großes Ereignis.

 

Auch beim Konzert des Postmusikzuges Uelzen am 22. Juli im Stadtgarten sorgte man für das Ausfüllen dessen Pause und spielte zum Ende der Veranstaltung mit selbigem noch einen gemeinsamen Marsch.

 

Am 04. August fand abends im Rosenbad eine Veranstaltung mit der Suhlendorfer Feuerwehrkapelle, mit der man aufgrund einiger gemeinsamer Aufeinandertreffen in derVergangenheit eng im Bünde stand, statt, die aufgrund des anschließenden Feuerwerks weit über 1000 Kinder und Erwachsene anlockte.

 

Auch bei Geburtstagen wurde ein Ständchen beispielsweise anlässlich des 50. Geburtstags des Garde-Hauptmanns Gerhard Kruse oder zum Geburtstag "Seiner Majestät" Dr. Fritz-Werner Riggert gerne als Gelegenheit genutzt, die Herzen der Gäste mit flotter Marschmusik zu erfreuen.

 

Das nächste Großereignis sollte die Einweihung des neuen Schießstandes der Bevenser Gilde am 06. & 07. Oktober sein. Hier war am 07. Oktober um 11 Uhr Antreten der Gilde am Hotel Reichshof, von wo aus der Spielleute den Tross zum Schützenplatz spielte. Die Bundeswehr versorgte dort wieder über 1000 Zuschauer mit leckerer Suppe aus der Gulasch-Kanone, gefolgt von einem Platzkonzert des Bevenser Spielmannzuges. Höhepunkt war dann zu 15 Uhr der Aufmarsch des Bundeswehr Musikzuges der 3. Panzer-Division Lüneburg, bei dem die Spielleute ebenfalls mitwirken durften, was selbstverständlich als große Ehre empfunden wurde.

 

Das Jubiläumsjahr wurde mit einer Einladung des Reichsbundes der Kriegs- und Zivilbeschädigten am 13. Oktober beendet, bei dem beide Spielmannszüge die erste Stunde des Abends mit Märschen ausfüllte.

 

 

 

1963 - 1964

Der Winter sollte genutzt werden, um sich mittels Übungsabenden auf die Aufgaben des kommenden Jahres zu wappnen. Dem jähen Rückschlag, dass einige Nachwuchsspieler der Qual des Übens und Langeweile bei Übungsstunden geschuldet die Gemeinschaft verließen, folgte der sofortige Aufschwung mit drei neuen Trommlern und sieben Flötistinnen, die binnen drei Monaten so ausgebildet wurden, dass der Spielmannszug der "Kleinen" erhalten werden und beim Jastorfer Schützenfest mit 17 Jungen und Mädchen aufspielen konnte.

Für dieses Schützenfest wurde von der Feuerwehrkapelle Natendorf noch eine dritte Lyra geliehen, die von Rolf Egert gespielt wurde. Zudem wurde das Programm durch die Anschaffung von sechs Signalhörnern noch wesentlich erweitert.

 

Der nächste Auftritt gebührte dem Tambourmajor Heinrich Hencke anlässlich seiner Verlobung, bei der den Anwesenden im Hotel Stadt Hamburg "etwa eine Stunde die Ohren vollgetrommelt wurden".

 

Dem folgte am 24. Mai an gleichem Ort ein Ständchen zur Silberhochzeit des amtierenden Adjutanten Ernst Lohmann.

 

Zwei Tage später war der Spielmannszug erstmals in Emmendorf von der Soldaten-Kameradschaft eingeladen worden, um diese bei ihrem Fest mit Königsschießen mit Musik zu erfreuen, wobei man viel Freude und Anerkennung erntete.

 

Das Bevenser Schützenfest war natürlich wieder der Höhepunkt des Jahres und auch hier wurde wieder die dritte Lyra leihweise im Zug integriert. Am Tag des Kinderschützenfestes waren für die ausgepumpten Lungen der Flötisten die Mädchen eine große Stütze, die selbstverständlich bei ihrem ersten Auftritt in Bevensen die Blicke auf sich zogen und allseits bewundert wurden.

 

Die weiteren Veranstaltungen des Jahres 1963:

 

  • 22. Juni Unterkreisfeuerwehrfest in Jastorf
  • 23. Juni Kreisjugendturnfest in Altenmedingen
  • 04. August Kreiskinderturnfest in Wrestedt
  • Oktober Feier der Kyffhäuser-Kameradschaft im Hotel Hamburg
  • 02. November Wintervergnügen der Bevenser Gilde
  • 09. November Kameradschaftsabend unseres Spielmannszuges im Schützenhaus

Leider hatte der Spielmannszug in diesem Jahr einen Todesfall zu beklagen. Der langjährig aktive Spielmannszug Peter Becker starb im Alter von 17 Jahren nach langer schwerer Krankheit. Der gesamte Spielmannszug gab ihm das letzte Geleit.

Es folgte ein Jahr, das vom Ablauf her dem Vorjahr sehr ähnelte, vom Erfolg her aber ein sehr großer Fortschritt war.

 

Am Freitag, dem 01. Mai, wurde sich morgens um 7 Uhr getroffen. Es folgte ein Ausmarsch, der über die Ortschaften Klein Hesebeck und Jastorf zurück nach Bevensen führte. Für das leibliche Wohl waren Verpflegungswagen eingesetzt, die die Truppe mit Wurst, Brötchen und Bier versorgte.

 

Am darauffolgenden ersten Tag des Jastorfer Schützenfestes spielten, wie schon im Vorjahr, sechs Spielleute auf. Erst am kommenden Wochenende stieß der restliche Tross hinzu. Nachmittags vervollständigte der Nachwuchs den Zug mit 24 Spielleuten, davon inzwischen 16 Mädchen!

Zwei Wochen darauf folgte das Bevenser Schützenfest. Wieder war der Zug gewachsen. Mit 32 Mann (einschließlich der Bundeswehr-Urlauber) präsentierte man sich dem heimischen Publikum, das durch die Anschaffung von vier neuen Landsknechtstrommeln eine zusätzliche optische Verschönerung bestaunen konnte. Weiterhin waren die inzwischen 10 Signalhörner in der Lage, den einen oder anderen Marsch "zu schmettern".

Am darauffolgenden Wochenende mit "Lustigem Sonnabend" und Kinderschützenfest zählte die Gemeinschaft zwar sieben Spielleute weniger als am Vorwochenende, doch hatte man das gesteckte Ziel endlich erreicht: man war inzwischen so stark aufgestellt, dass man die Abwesenheit auch von einer solchen Menge an Kameraden verkraften und auch ohne diese einen spielstarken Zug aufbieten konnte. Somit brauchte man nicht mehr auf den Nachwuchszug zurückgreifen, um die eigenen Reihen aufzufüllen.

 

Am ersten Tag dieses Wochenendes fand man sich für eine halbe Stunde mit der Schützenkompanie, dem Stab und dem zu Besuch weilenden Kreisvorstand ein, wo eine Probe des Könnens vorgeführt wurde. Daraufhin wurde man vom Kreisvorstand mit Auszeichnungen bedacht.

 

Auch das Kinderschützenfest, welches bei größter Hitze am nächsten Tag stattfand, wurde wieder als großer Erfolg gewertet, wozu natürlich auch der Nachwuchszug wieder seinen Beitrag leistete.

 

Die weiteren Veranstaltungen des Jahres:

 

  • 07. Juni Schützenfest der Kriegerkameradschaft Emmendorf
  • 05. Juli Platzkonzert bei einer OPEL-Veranstaltung in Bevensen
  • 09. August Tag des Pferdes in Bevensen
  • Aufmarsch der Standarten Diese Veranstaltung wurde vom Deutschen Fernsehen aufgenommen und am 13.06.1965 gesendet
  • 10. August 70. Geburtstag des Gildeherrn Dr. Fr. Riggert
  • 20. September Kreisjugendschießen in Bevensen
  • 07. November Wintervergnügen der Bevenser Gilde

 

An diesem Tag präsentierte der Spielmannszug, der bislang in langen schwarzen Hosen und weißen Hemden mit Schwalbennestern aufmarschierte, mit Stolz die neu angeschafften grünen Westen, die für die damals stattliche Summe von ca. 1.100 DM erworben wurden.

 

Zudem dürfte man acht neue Fanfaren fortan sein Eigentum nennen, die von guten Freunden des Spielmannszuges gestiftet worden waren:

  • 4 Fanfaren vom Stammtisch der Gardekompanie

 

  • 1 Fanfare von der Jägerkompanie

 

  • 1 Fanfare von Frau Buhlmann (Reichshof)

 

  • 1 Fanfare von Horst Klückow (Uhrmachermeister)

 

  • 1 Fanfare von Nils Reinstorf (Drogerist)

 

Die dazugehörigen Fanfarentücher, die vom Gildeherrn Dr. Riggert sen. entworfen und bestellt wurden, wurden gestiftet von:

 

  • 3 Stück von der Schützenkompanie

 

  • 1 Stück von der Gilde-Brauerei (Lt Wolf)

 

  • 1 Stück von Major Krummwiede

 

  • 1 Stück von Bürgermeister Twellhegen

 

  • 1 Stück von der Kreissparkasse Bevensen

 

  • 1 Stück von der Bevenser Gilde

Beschlossen wurde dieses Jahr mit einem Aufspiel zum 60. Geburtstag des Majors Fr. Krummwiede.

 

1965 - 1966

 

Den Auftakt zum neuen Jahr gab man am 27.01. bei der Silberhochzeit von Major G. Kruse. Im Mai spielte man beiden Schützenfesten in Jastorf und Emmendorf auf. Premiere feierte man im Juni in der Kreisstadt Uelzen, zu dessen Schützenfest man erstmalig eingeladen worden war und wo man im Einvernehmen mit dem Uelzener Pendant vor der 2. Kompanie marschierte.

Und noch etwas galt es zu feiern: aufgrund der hohen weiblichen Beteiligung im Nachwuchszug, wurde dieser fortan als Mädchenspielmannszug betitelt, der von einigen Jungen komplettiert wurde.

 

Dieser hatte schon bald seinen ersten großen alleinigen Auftritt, als er im Rahmen des Kreiskinderturnfestes in Bevensen den Umzug an- und zum Hans-Höhrmann-Platz führte.Der "Großen-"Spielmannszug weilte an diesem Tag beim Bundesschießen in Hannover, welches mit einem Spielmannszugtreffen verbunden war und bei dem man beim Messen mit anderen Zügen ebenfalls ein großes Lob mit viel Beifall und Blumen einheimste. Diese Veranstaltung wurde mit dem Großen Zapfenstreich im Niedersachsenstadion beschlossen.

Beim diesjährigen Bevenser Schützenfest gab es eine weitere Premiere. Der eigene Fanfarenzug blies in diesem Jahr erstmalig zur Königsproklamation und verlieh dieser Zeremonie einen würdigen Rahmen.

Am 09. September ereilte den Spielmannszug ein schmerzhafter Verlust. Der langjährige Leiter Albert Krützfeldt starb plötzlich und unerwartet an Herzschlag im frühen Alter von 44 Jahren. Beide Spielmannszüge gaben ihm mit einem Kranz das letzte Geleit.

Exakt einen Monat später wurde in Bevensen die Diabetes-Klinik eingeweiht, zu dessen Anlass die Gemeinschaft aufspielte. Am 06. November wurde das Spieljahr mit dem Wintervergnügen der Bevenser Gilde beendet.

Das neue Spieljahr begann sogleich mit einer neuerlichen Premiere, den bei der am 17. April in Jastorf stattfindenden Fahnenweihe spielte der Bevenser Spielmannszug erstmalig den Zapfenstreich.

 

Am 14. Mai wurde wie jedes Jahr die Schützenfestsaison mit dem Jastorfer Schützenfest eingeläutet, zu dem eine Abordnung von sechs Mann an diesem Wochenende abgestellt wurde. Der restliche große Spielmannszug war am 15. Mai zur selben Veranstaltung in Zarenthin geladen worden.

Am Pfingstsonntag, dem 29. Mai, marschierte man zum ersten Mal beim Oetzer Schützenfest auf, dem am darauffolgenden Wochenende das Bevenser Schützenfest folgte.

Hier marschierten erstmals 4 Lyren an der Spitze des Zuges. Der Zusammenhalt war deutlich spürbar. Am 2. Wochenende mit "Lustigem Sonnabend" und Kinderschützenfest fehlte nicht ein Mitglied der beiden Züge.

Es war das Jahr mit den bislang meisten Terminen. In den folgenden Wochen war der Spielmannszug in Emmendorf, Lehmke, nochmal Emmendorf, Kallenbrock, zum "Tag des Pferdes" in Medingen, dem Sportfest in Rätzlingen, einem Fackelzug in Suderburg, der einem

Fackelzug in Suderburg, der

Einweihung des Hermann-Löns-Steins in der Bünstorfer Heide, dem Laternen-Umzug in Uelzen und schließlich dem Jungschützen- und Spielmanns-zugtreffen am 02. Oktober in Uelzen zu bewundern.

Dieses 14. Jahr des Spielmannszug wurde am 05. November wieder mit dem Wintervergnügen der Bevenser Gilde abgeschlossen.